Brennholzbedarf berechnen: wie viel Holz pro Jahr?

Dein Brennholzbedarf ergibt sich aus dem Heizwärmebedarf des Hauses (Wohnfläche × spezifischem Verbrauch je Baustandard) geteilt durch den Heizwert der Holzart und den Wirkungsgrad der Feuerung. Für ein teilsaniertes Haus mit 120 m² und Buche sind das rund 9 Raummeter pro Jahr.

Die Ergebnisse sind Richtwerte auf Basis physikalischer Kennzahlen und deiner Eingaben — keine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 und keine Energieberatung. Lass Schornstein und Ofen vom Schornsteinfeger bzw. Fachbetrieb prüfen. Brennholz sollte vor dem Verbrennen ≤ 25 % Holzfeuchte haben (1. BImSchV) — idealerweise rund 15–20 %.

Rechner

Heizwärmebedarf15.000 kWh/Jahr
Brennholzbedarf8,9 Rm/Jahr
entspricht (33 cm)12,8 Srm/Jahr
entspricht8,9 Ster/Jahr

Formel

Q = Wohnfläche × q_spez(Baustandard) [kWh/Jahr]; Rm/Jahr = Q / (Heizwert_Rm(Holzart) × η). Der spezifische Verbrauch q_spez ist ein Richtwert je Baustandard (Neubau KfW ~40–60, Neubau/EnEV ~70–100, teilsaniert ~100–150, Altbau unsaniert ~150–250 kWh/m²·a). Ster ist gleichbedeutend mit Raummeter; die Schüttraummeter (Srm) gelten für 33 cm Scheitlänge.

Beispiel

120 m² teilsaniert (≈125 kWh/m²·a) ergeben Q = 15.000 kWh/Jahr. Mit Buche (2.100 kWh/Rm) und einem Wirkungsgrad von 0,80 wird der Nenner 2.100 × 0,80 = 1.680 kWh/Rm. Also 15.000 / 1.680 ≈ 8,9 Raummeter pro Jahr. Mit Fichte (1.500 kWh/Rm) wären es bei sonst gleichen Werten 15.000 / (1.500 × 0,80) = 12,5 Raummeter – Nadelholz braucht je Rm mehr Volumen, weil es leichter ist.

Hintergrund: Ergebnis richtig einordnen

Was der Rechner eigentlich schätzt

Die Frage „Wie viel Holz brauche ich im Jahr?" hat zwei Hälften. Die erste ist der Wärmebedarf des Gebäudes, und der hängt fast nur vom Baustandard ab: Ein unsanierter Altbau verliert pro Quadratmeter rund viermal so viel Wärme wie ein Neubau nach KfW-Standard. Die zweite Hälfte ist, wie viel dieser Wärme ein Raummeter Holz in deinem Ofen tatsächlich liefert. Hier gehen Holzart und Wirkungsgrad ein. Der Rechner verbindet beide Hälften und gibt den Jahresbedarf in Raummetern, Ster und Schüttraummetern aus.

Welche Zahl ist die wichtigste?

Die kWh pro Jahr. Wenn du eine Heizkostenabrechnung oder den Ölverbrauch der letzten Jahre kennst, kannst du den Wert gegenprüfen: 1.000 Liter Heizöl entsprechen rund 10.000 kWh. Weicht der Rechner stark davon ab, passt der gewählte Baustandard nicht zu deinem Haus, und du solltest die Stufe wechseln. Das ist ehrlicher, als den Wert des Rechners für bare Münze zu nehmen.

Zuheizen oder Vollheizen?

Das Ergebnis gilt für ein Haus, das vollständig mit Holz beheizt wird. Die meisten Kaminöfen heizen aber nur zu: ein Wohnzimmer am Abend, die Übergangszeit im Herbst. Dann liegt der tatsächliche Bedarf oft bei einem Viertel bis einem Drittel des Rechenwerts. Gib in diesem Fall nur die Fläche der tatsächlich beheizten Räume ein, oder nutze den Wert als Obergrenze für die Lagerplanung mit dem Stapelplatz-Rechner.

Warum der Wirkungsgrad so viel ausmacht

Ein moderner Kaminofen setzt rund 80 % der Holzenergie in Raumwärme um, ein offener Kamin oft unter 20 %. Mit demselben Holz heizt der Ofen also viermal länger. Auch feuchtes Holz senkt den Wirkungsgrad drastisch, weil Energie für das Verdampfen des Wassers verloren geht, siehe den Restfeuchte-Rechner. Wie der Jahresbedarf im Detail zustande kommt und welche Erfahrungswerte Heizer berichten, erklärt der Ratgeber Wie viel Brennholz braucht man pro Winter?.

Referenztabelle: Heizwert der Holzarten (kWh/Rm & kWh/kg)

Häufige Fragen

Wie viel Raummeter Holz braucht man pro Winter?
Das hängt vor allem von Wohnfläche, Dämmstandard und Holzart ab. Als grobe Orientierung: Ein teilsaniertes Einfamilienhaus mit 120 m², das vollständig mit Buche beheizt wird, benötigt rund 9 Raummeter pro Jahr; ein unsanierter Altbau gleicher Größe eher 14–15 Raummeter. Wer nur einen Kaminofen als Zuheizung betreibt, kommt mit deutlich weniger aus – dann ist der reale Heizwärmeanteil über das Holz maßgeblich, nicht der gesamte Bedarf des Hauses. Trage im Rechner deine echte beheizte Fläche und den passenden Baustandard ein, um den Wert auf deine Situation zu beziehen.
Was bedeutet der Wirkungsgrad (η) im Rechner?
Der Wirkungsgrad gibt an, welcher Anteil der im Holz gespeicherten Energie tatsächlich als Raumwärme ankommt. Ein offener Kamin liegt sehr niedrig (teils unter 0,30), ein moderner Kaminofen bei etwa 0,75–0,80, ein moderner Scheitholzkessel bei 0,85–0,90. Je höher der Wirkungsgrad, desto weniger Holz wird für denselben Wärmebedarf gebraucht. Der Standardwert 0,80 passt zu einem zeitgemäßen Kaminofen; bei einem alten Gerät solltest du den Wert senken.
Welche Holzart spart am meisten Raummeter?
Harte, dichte Hölzer wie Buche, Eiche oder Hainbuche liefern je Raummeter die meiste Energie (rund 2.100–2.200 kWh/Rm), weil mehr Holzmasse in dasselbe Stapelvolumen passt. Nadelholz wie Fichte oder Kiefer liegt bei 1.500–1.700 kWh/Rm. Je Kilogramm sind die Heizwerte dagegen fast gleich – der Unterschied entsteht ausschließlich durch die Dichte. Für denselben Wärmebedarf brauchst du daher von Fichte spürbar mehr Raummeter als von Buche.
Warum ist das Ergebnis nur ein Richtwert?
Der Heizwärmebedarf eines Hauses hängt von vielen Faktoren ab, die ein einfacher Flächen-Ansatz nicht abbildet: Lüftungsverhalten, Außentemperaturen des Winters, Warmwasseranteil, Fensterflächen und die tatsächliche Dämmqualität. Der Rechner liefert deshalb einen belastbaren Anhaltspunkt zur Mengenplanung und zum Einkauf, ersetzt aber keine Energieberatung oder Heizlastberechnung nach DIN EN 12831.

Quelle: q_spez als Bereiche je Baustandard (Ingenieur-Richtwerte); Heizwerte je Holzart TFZ/FNR/C.A.R.M.E.N. · Alle Quellen