Brennholzpreise vergleichen: warum €/Ster nicht gleich €/Ster ist
Ein Ster für 90 Euro klingt günstiger als ein Raummeter für 110 — bis du Holzart, Einheit und Feuchte einrechnest. Erst der Preis je Kilowattstunde macht Angebote vergleichbar. So geht es.
Die Ergebnisse sind Richtwerte auf Basis physikalischer Kennzahlen und deiner Eingaben — keine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 und keine Energieberatung. Lass Schornstein und Ofen vom Schornsteinfeger bzw. Fachbetrieb prüfen. Brennholz sollte vor dem Verbrennen ≤ 25 % Holzfeuchte haben (1. BImSchV) — idealerweise rund 15–20 %.
Beim Brennholzkauf ist der genannte Preis fast nie direkt vergleichbar. Mal heißt die Einheit Ster, mal Schüttraummeter, mal Festmeter; mal ist es Buche, mal Fichte; mal trocken, mal frisch. Jede dieser Größen verändert, wie viel nutzbare Energie du fürs Geld bekommst. Die einzige faire Vergleichsbasis ist deshalb der Preis je Kilowattstunde (€/kWh).
Warum der reine Volumenpreis täuscht
„Ein Ster“ ist ein Volumen, kein Energiegehalt. Drei Stellschrauben entscheiden, wie viel Wärme drinsteckt:
- Die Einheit: Raummeter (geschichtet), Schüttraummeter (lose) und Festmeter (massiv) enthalten ganz unterschiedlich viel Holz. Ein Srm enthält je nach Scheitlänge nur 62–83 % eines Rm.
- Die Holzart: Buche liefert rund 2.100 kWh/Rm, Fichte nur etwa 1.500 kWh/Rm — ein Drittel weniger Energie pro Raummeter.
- Die Feuchte: nasses Holz wiegt mehr und heizt schlechter; ein scheinbar günstiger Preis für frisches Holz relativiert sich nach dem Trocknen.
So rechnest du jeden Preis auf €/kWh um
Das Vorgehen in drei Schritten: erst das Volumen auf Raummeter normieren (über die Faktoren aus dem Beitrag Fm, Rm und Srm), dann mit dem Heizwert der Holzart in Kilowattstunden umrechnen, schließlich den Preis durch die kWh teilen:
kWh = Raummeter × Heizwert je Rm → €/kWh = Gesamtpreis / kWh
Genau das macht der Holzpreis-Rechner für mehrere Angebote auf einmal. Die Heizwerte stehen im Tabellenblatt Heizwert je Holzart.
Beispiel: Ster Buche gegen Raummeter Fichte
Angebot A: 90 € je Schüttraummeter Buche, 33 cm. Ein Srm 33 cm = 0,70 Rm, also 0,70 × 2.100 = 1.470 kWh. Preis: 90 / 1.470 = 0,061 €/kWh.
Angebot B: 120 € je Raummeter Fichte. 1 Rm × 1.500 = 1.500 kWh. Preis: 120 / 1.500 = 0,080 €/kWh.
Obwohl Angebot B pro Mengeneinheit nur etwas teurer wirkt, ist es in Wahrheit deutlich schlechter: 8,0 statt 6,1 Cent je Kilowattstunde. Angebot A gewinnt klar, weil die Buche pro Volumen viel mehr Energie liefert.
Noch ein Vergleichsanker: Festmeter
Wer ganz sauber vergleichen will, rechnet auf Festmeter oder direkt kWh. Beispiel: 100 € je Festmeter Buche. Ein Fm = 1,4 Rm, also 1,4 × 2.100 = 2.940 kWh → 100 / 2.940 = 0,034 €/kWh. Derselbe Buchepreis je Raummeter (100 € / 2.100 kWh = 0,048 €/kWh) sieht teurer aus — weil im Festmeter mehr Holz steckt. Erst die kWh-Sicht macht es eindeutig.
Lieferung, Menge und Trockenheit nicht vergessen
Ein €/kWh-Vergleich ist nur fair, wenn die Nebenkosten mitlaufen. Achte auf:
- Lieferkosten: ein günstiger Holzpreis kippt schnell, wenn die Anfahrt teuer ist. Rechne die Lieferung in den Gesamtpreis ein, bevor du durch die kWh teilst.
- Mengenrabatt: größere Mengen sind je Einheit oft günstiger — aber nur sinnvoll, wenn du den Platz und den Bedarf hast.
- Trockenzustand: „ofenfertig“ (unter 20 % Holzfeuchte) ist mehr wert als „waldfrisch“. Frisches Holz musst du noch ein bis drei Jahre lagern und verlierst zwischenzeitlich Volumen, weil das Holz beim Trocknen schwindet.
- Arbeitszeit: Holz am Stück oder als Stammholz ist billiger, aber du sägst und spaltest selbst. Wer das einrechnet, vergleicht ehrlicher — dabei hilft der Selbst-machen-Rechner.
Warum wir keine Marktpreise nennen
Holzpreise schwanken nach Region, Saison und Marktlage — jede fest eingetragene Zahl wäre morgen veraltet. Deshalb arbeiten alle Rechner hier ausschließlich mit deinen eigenen Eingaben. Du vergleichst genau die Angebote, die dir vorliegen, und das Werkzeug bleibt dauerhaft korrekt, ganz ohne Pflege. Das ist kein Mangel, sondern Absicht: ein Preisrechner, der nie veraltet.
Den Brennstoffvergleich weiterdenken
Steht die €/kWh des Holzes fest, kannst du sie direkt gegen Öl, Gas, Pellets oder Wärmepumpe stellen. Dafür gibst du im Heizkosten-Vergleich deine eigenen Preise ein. So siehst du nicht nur, welches Holzangebot günstiger ist, sondern auch, ob sich Holz gegenüber anderen Energieträgern lohnt.
Beispiel mit drei Angeboten
Nehmen wir drei Varianten und rechnen alle auf €/kWh:
- A: 240 € je Festmeter Eiche, ofenfertig. 1 Fm = 1,4 Rm, Eiche ~2.100 kWh/Rm →
1,4 × 2.100 = 2.940 kWh→240 / 2.940 = 0,082 €/kWh. - B: 110 € je Raummeter Buche, ofenfertig →
2.100 kWh→110 / 2.100 = 0,052 €/kWh. - C: 70 € je Schüttraummeter Fichte, 33 cm, waldfrisch. 1 Srm = 0,70 Rm, Fichte ~1.500 kWh/Rm →
0,70 × 1.500 = 1.050 kWh→70 / 1.050 = 0,067 €/kWh— und das Holz muss noch ein Jahr trocknen.
Obwohl Angebot C mit 70 € pro Einheit am billigsten aussieht, ist Angebot B mit 5,2 Cent je Kilowattstunde klar am günstigsten — und sofort verfeuerbar. Der scheinbar teure Festmeter Eiche (A) liegt sogar an letzter Stelle. Ohne die Umrechnung hätte man hier leicht falsch entschieden.
Die Schüttraummeter-Falle
Besonders tückisch sind Srm-Preise. Weil ein Schüttraummeter je nach Scheitlänge nur 62–83 % eines Raummeters enthält, wirkt loses Holz pro „Einheit“ oft spottbillig — liefert aber entsprechend weniger Energie. Vergleicht man unbedacht einen Srm-Preis mit einem Rm-Preis, verschätzt man sich schnell um 30 % und mehr. Immer zuerst die Einheit klären und auf Raummeter oder direkt kWh normieren, bevor zwei Zahlen nebeneinanderstehen.
Wann sich der Kauf auf Vorrat lohnt
Größere Mengen sind je Einheit oft günstiger, und waldfrisches Holz ist billiger als ofenfertiges. Beides lohnt aber nur, wenn du Platz und Zeit hast: Frisches Holz musst du ein bis drei Jahre lagern, bis es brennfertig ist, und der Stapelplatz wächst entsprechend. Wer ohnehin jedes Jahr eine feste Menge braucht, fährt mit dem Kauf von frischem Holz auf Vorrat meist am günstigsten — vorausgesetzt, die Lagerung stimmt. Wer dagegen sofort heizen will oder wenig Platz hat, zahlt für ofenfertiges Holz den Aufpreis bewusst und rechnet ihn einfach in den €/kWh-Vergleich ein.
Warum sich der Aufwand lohnt
Die Umrechnung auf €/kWh klingt nach Mehrarbeit, ist aber in zwei Minuten erledigt und entscheidet über teils dreistellige Beträge im Jahr. Gerade bei mehreren Stapeln pro Winter summiert sich der Unterschied zwischen einem gut und einem schlecht gewählten Angebot deutlich. Ein einziger sauberer Vergleich verschafft dir das Gefühl dafür, welcher Preis je Einheit für welche Holzart fair ist — und davon profitierst du bei jedem weiteren Kauf, ohne jedes Mal neu rechnen zu müssen.
Checkliste fürs nächste Angebot
- Welche Einheit? Rm, Srm oder Fm — und bei Srm: welche Scheitlänge?
- Welche Holzart bzw. Mischung?
- Wie trocken? Ofenfertig oder noch zu lagern?
- Inklusive Lieferung? Und ab welcher Menge?
- Alles in €/kWh umrechnen — und erst dann entscheiden.