Brennholz selbst machen oder kaufen?
Selber machen oder kaufen? Stelle die Kosten eines Selbstwerbers — Stammholz, Betriebskosten wie Sprit und Kette, optional die Arbeitszeit — dem Kaufpreis gegenüber und sieh die Ersparnis sowie die Selbstkosten je Raummeter.
Rechner
| Kosten beim Kauf | 1.000 € |
|---|---|
| Kosten als Selbstwerber | 380 € |
| Selbstkosten je Raummeter | 38,00 €/Rm |
| Ersparnis | 620 € |
Formel
Kosten beim Kauf = Menge × Kaufpreis je Rm. Kosten als Selbstwerber = Stammholz + Betriebskosten + (optional) Arbeitskosten. Selbstkosten je Rm = Kosten als Selbstwerber ÷ Menge. Ersparnis = Kosten beim Kauf − Kosten als Selbstwerber.
Beispiel
10 Rm, Kaufpreis 100 €/Rm = 1.000 €. Selbst: Stammholz 300 € + Sprit/Kette 80 € = 380 € → 38 €/Rm. Ersparnis 620 € (die eigene Arbeitszeit ist hier nicht eingerechnet). Setzt du z. B. 12 €/h × 20 h = 240 € als Arbeitskosten an, steigen die Selbstkosten auf 620 € (62 €/Rm) und die Ersparnis sinkt auf 380 €.
Hintergrund: Ergebnis richtig einordnen
Was Selbstwerben wirklich kostet
Holz aus dem Wald zu holen klingt nach kostenloser Wärme. Tatsächlich entstehen Kosten an vier Stellen: für das Holz am Stamm, das der Forstbetrieb als Flächenlos oder Polter verkauft; für Betrieb und Verschleiß der Werkzeuge, also Kraftstoff, Kettenöl, Ketten, Spaltaxt oder Spalter; für den Transport, der je nach Entfernung und Anhänger erheblich sein kann; und für die eigene Zeit. Der Rechner fasst die ersten drei Posten in den Feldern Stammholz und Betriebskosten zusammen und lässt dich die Arbeitszeit bewusst als eigenen Posten eintragen oder weglassen.
Warum die Arbeitszeit ein eigenes Feld hat
Für einen Raummeter fertiges Scheitholz rechnet man je nach Erfahrung und Ausrüstung mit zwei bis vier Stunden: Fällen oder Aufarbeiten, Rücken, Sägen, Spalten, Transportieren und Aufsetzen. Ob du diese Zeit mit null, mit einem Mindestlohn oder mit deinem Stundensatz bewertest, ist eine persönliche Entscheidung. Viele Selbstwerber sehen die Waldarbeit als Ausgleich und Sport; dann ist null ehrlich. Wer dafür freie Tage opfert oder Hilfe bezahlt, sollte den Posten füllen. Beide Rechnungen sind richtig, aber nur eine passt zu deinem Leben.
Was im Rechner nicht steht
- Einmalige Anschaffungen: Motorsäge, Schutzausrüstung, Spalter, Anhänger. Verteile die Kosten über die Nutzungsjahre und schlage den Jahresanteil auf die Betriebskosten.
- Zwei Jahre Vorlauf: Selbst gemachtes Holz ist frisch und braucht ein bis drei Jahre Lagerung, siehe den Trocknungsdauer-Rechner. Der erste Winter muss also mit gekauftem Holz überbrückt werden.
- Lagerplatz: Für zehn Raummeter braucht es rund fünfzehn Meter Stapel bei zwei Metern Höhe, siehe den Stapelplatz-Rechner.
- Sicherheit: Viele Forstbetriebe verlangen einen Motorsägenschein. Waldarbeit gehört zu den unfallträchtigsten Tätigkeiten überhaupt; Schutzausrüstung ist Pflicht, nicht Option.
Eine ausführliche Abwägung mit Erfahrungswerten findest du im Ratgeber Brennholz selber machen: lohnt sich der Aufwand?.
Häufige Fragen
Lohnt sich Brennholz selbst machen finanziell?
Welche Betriebskosten sollte ich ansetzen?
Was kostet Holz am Stamm?
Sollte ich meine Arbeitszeit einrechnen?
Brauche ich für die Waldarbeit eine Qualifikation?
Quelle: Einfache Kostenrechnung (Selbstwerber-Kosten = Nutzereingabe) · Alle Quellen