Brennholz selbst machen oder kaufen?

Selber machen oder kaufen? Stelle die Kosten eines Selbstwerbers — Stammholz, Betriebskosten wie Sprit und Kette, optional die Arbeitszeit — dem Kaufpreis gegenüber und sieh die Ersparnis sowie die Selbstkosten je Raummeter.

Die Ergebnisse sind Richtwerte auf Basis physikalischer Kennzahlen und deiner Eingaben — keine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 und keine Energieberatung. Lass Schornstein und Ofen vom Schornsteinfeger bzw. Fachbetrieb prüfen. Brennholz sollte vor dem Verbrennen ≤ 25 % Holzfeuchte haben (1. BImSchV) — idealerweise rund 15–20 %.

Rechner

Kosten beim Kauf1.000 €
Kosten als Selbstwerber380 €
Selbstkosten je Raummeter38,00 €/Rm
Ersparnis620 €

Formel

Kosten beim Kauf = Menge × Kaufpreis je Rm. Kosten als Selbstwerber = Stammholz + Betriebskosten + (optional) Arbeitskosten. Selbstkosten je Rm = Kosten als Selbstwerber ÷ Menge. Ersparnis = Kosten beim Kauf − Kosten als Selbstwerber.

Beispiel

10 Rm, Kaufpreis 100 €/Rm = 1.000 €. Selbst: Stammholz 300 € + Sprit/Kette 80 € = 380 € → 38 €/Rm. Ersparnis 620 € (die eigene Arbeitszeit ist hier nicht eingerechnet). Setzt du z. B. 12 €/h × 20 h = 240 € als Arbeitskosten an, steigen die Selbstkosten auf 620 € (62 €/Rm) und die Ersparnis sinkt auf 380 €.

Hintergrund: Ergebnis richtig einordnen

Was Selbstwerben wirklich kostet

Holz aus dem Wald zu holen klingt nach kostenloser Wärme. Tatsächlich entstehen Kosten an vier Stellen: für das Holz am Stamm, das der Forstbetrieb als Flächenlos oder Polter verkauft; für Betrieb und Verschleiß der Werkzeuge, also Kraftstoff, Kettenöl, Ketten, Spaltaxt oder Spalter; für den Transport, der je nach Entfernung und Anhänger erheblich sein kann; und für die eigene Zeit. Der Rechner fasst die ersten drei Posten in den Feldern Stammholz und Betriebskosten zusammen und lässt dich die Arbeitszeit bewusst als eigenen Posten eintragen oder weglassen.

Warum die Arbeitszeit ein eigenes Feld hat

Für einen Raummeter fertiges Scheitholz rechnet man je nach Erfahrung und Ausrüstung mit zwei bis vier Stunden: Fällen oder Aufarbeiten, Rücken, Sägen, Spalten, Transportieren und Aufsetzen. Ob du diese Zeit mit null, mit einem Mindestlohn oder mit deinem Stundensatz bewertest, ist eine persönliche Entscheidung. Viele Selbstwerber sehen die Waldarbeit als Ausgleich und Sport; dann ist null ehrlich. Wer dafür freie Tage opfert oder Hilfe bezahlt, sollte den Posten füllen. Beide Rechnungen sind richtig, aber nur eine passt zu deinem Leben.

Was im Rechner nicht steht

  • Einmalige Anschaffungen: Motorsäge, Schutzausrüstung, Spalter, Anhänger. Verteile die Kosten über die Nutzungsjahre und schlage den Jahresanteil auf die Betriebskosten.
  • Zwei Jahre Vorlauf: Selbst gemachtes Holz ist frisch und braucht ein bis drei Jahre Lagerung, siehe den Trocknungsdauer-Rechner. Der erste Winter muss also mit gekauftem Holz überbrückt werden.
  • Lagerplatz: Für zehn Raummeter braucht es rund fünfzehn Meter Stapel bei zwei Metern Höhe, siehe den Stapelplatz-Rechner.
  • Sicherheit: Viele Forstbetriebe verlangen einen Motorsägenschein. Waldarbeit gehört zu den unfallträchtigsten Tätigkeiten überhaupt; Schutzausrüstung ist Pflicht, nicht Option.

Eine ausführliche Abwägung mit Erfahrungswerten findest du im Ratgeber Brennholz selber machen: lohnt sich der Aufwand?.

Häufige Fragen

Lohnt sich Brennholz selbst machen finanziell?
Solange du die eigene Arbeitszeit nicht einrechnest, sind die Selbstkosten je Raummeter meist deutlich niedriger als der Kaufpreis für ofenfertiges Holz. Bewertest du deine Stunden mit einem Lohn, schrumpft der Vorteil — dann zählen oft auch Bewegung, Unabhängigkeit und das Erlebnis mit.
Welche Betriebskosten sollte ich ansetzen?
Kraftstoff und Kettenöl für die Motorsäge, Verschleiß von Kette und Schwert, anteilig Anschaffung oder Miete von Spalter und Säge sowie Transport. Wer Geräte nur selten nutzt, rechnet Miete oder eine grobe Pauschale pro Aktion ein.
Was kostet Holz am Stamm?
Das hängt von Anbieter, Holzart und Aufarbeitung ab und ist regional sehr unterschiedlich. Genau deshalb trägst du den Betrag für dein konkretes Los (Selbstwerber-Schein oder Polter) selbst ein — der Rechner enthält keine festen Preise.
Sollte ich meine Arbeitszeit einrechnen?
Das ist eine persönliche Entscheidung. Für einen reinen Kassensturz lässt du das Feld auf 0. Willst du wissen, ob sich der Aufwand gegenüber einem Nebenjob lohnt, trägst du Stundenlohn × geschätzte Stunden ein und siehst sofort, wie sich Selbstkosten und Ersparnis verändern.
Brauche ich für die Waldarbeit eine Qualifikation?
In vielen Regionen ist für die Selbstwerbung im Wald ein Motorsägenkurs nachzuweisen, dazu kommt Schutzausrüstung. Das ist eine Sicherheits- und Organisationsfrage, keine Rechenfrage — kalkuliere die einmaligen Kosten dafür bei Bedarf in die Betriebskosten ein.

Quelle: Einfache Kostenrechnung (Selbstwerber-Kosten = Nutzereingabe) · Alle Quellen