Restfeuchte und effektiver Heizwert berechnen

Frisch geschlagenes Holz heizt schlecht, weil ein großer Teil der Energie zum Verdampfen des enthaltenen Wassers draufgeht. Dieser Rechner zeigt aus dem Wassergehalt den effektiven unteren Heizwert in kWh je Kilogramm sowie den Wert in Megajoule – und wie viel Prozent gegenüber lufttrockenem Holz (rund 20 % Wassergehalt) verloren gehen. Als Faustwerte: bei 0 % Wassergehalt rund 5,14 kWh/kg, bei 20 % noch 3,98 kWh/kg, bei 50 % nur noch 2,23 kWh/kg. Brennholz sollte vor dem Verbrennen höchstens 25 % Holzfeuchte (rund 20 % Wassergehalt) haben – ideal sind etwa 15–20 % Holzfeuchte.

Rechner

Effektiver Heizwert3,98 kWh/kg
Heizwert14,31 MJ/kg
Verlust ggü. lufttrocken0 %

Formel

Hu(w) [MJ/kg] = 18,5 × (1 − w) − 2,443 × w, mit w = Wassergehalt als Anteil. 18,5 MJ/kg ist der Heizwert von wasserfreiem Holz, 2,443 MJ/kg die Verdampfungsenthalpie des Wassers je Kilogramm Wasseranteil. Energie in kWh = MJ ÷ 3,6.

Beispiel

Bei w = 20 % (lufttrocken): Hu = 18,5 × 0,80 − 2,443 × 0,20 = 14,31 MJ/kg = 3,98 kWh/kg. Bei w = 50 % (frisch geschlagen): Hu = 18,5 × 0,50 − 2,443 × 0,50 = 8,03 MJ/kg = 2,23 kWh/kg – fast die Hälfte geht für das Verdampfen des Wassers verloren.

Hintergrund: Ergebnis richtig einordnen

Warum nasses Holz doppelt kostet

Jedes Kilogramm Wasser im Holz muss im Ofen zuerst erhitzt und verdampft werden, bevor das Holz selbst brennt. Diese Energie wandert mit dem Wasserdampf durch den Schornstein und heizt den Raum nicht. Der Rechner zeigt, wie viel vom Heizwert dadurch verloren geht: Bei 50 % Wassergehalt steckt in einem Kilogramm nur noch gut die Hälfte der Energie von lufttrockenem Holz. Da du zusätzlich das Wasser mitbezahlst und mitschleppst, wirkt sich Feuchte beim Kauf nach Gewicht doppelt aus.

Nicht nur weniger Wärme, auch mehr Schaden

Feuchtes Holz verbrennt bei niedrigerer Temperatur und unvollständig. Die Folgen sind Ruß auf der Scheibe, Glanzruß im Schornstein, der im schlimmsten Fall zum Kaminbrand führt, und deutlich mehr Feinstaub. Deshalb schreibt die 1. BImSchV vor, dass Scheitholz beim Verbrennen weniger als 25 % Holzfeuchte haben muss, das entspricht etwa 20 % Wassergehalt. Der Grenzwert ist kein Komfortziel, sondern eine Pflicht, die der Schornsteinfeger prüfen kann.

Welchen Wert gibst du ein?

Achtung bei der Bezugsgröße: Dieser Rechner arbeitet mit dem Wassergehalt w, bezogen auf das feuchte Gesamtgewicht. Handelsübliche Einstech-Messgeräte zeigen dagegen die Holzfeuchte u, bezogen auf die Trockenmasse. 25 % Holzfeuchte sind 20 % Wassergehalt. Rechne den Messwert vorher mit dem Holzfeuchte-Rechner um, sonst unterschätzt du den Heizwertverlust.

So misst du sinnvoll

Ein frisch gespaltenes Scheit an der Spaltfläche messen, nicht außen an der Rinde: Außen ist das Holz immer trockener als im Kern. Mehrere Scheite aus der Mitte des Stapels prüfen, nicht nur die obersten. Liegt der Wert zu hoch, hilft nur weiter lagern; wie lange, schätzt der Trocknungsdauer-Rechner. Die vollständige Tabelle der Heizwerte je Wassergehalt steht unter Restfeuchte und effektiver Heizwert, der Ratgeber Restfeuchte und Holz trocknen erklärt die Zusammenhänge im Detail.

Referenztabelle: Restfeuchte und effektiver Heizwert

Häufige Fragen

Wie viel Restfeuchte darf Brennholz haben?
Nach der 1. BImSchV darf Brennholz höchstens 25 % Holzfeuchte haben; das entspricht rund 20 % Wassergehalt. Ideal sind etwa 15–20 % Holzfeuchte. Trockeneres Holz brennt heißer, sauberer und mit weniger Rauch.
Wie hängen Wassergehalt und Heizwert zusammen?
Je mehr Wasser im Holz steckt, desto mehr Energie geht beim Verbrennen für das Verdampfen dieses Wassers verloren. Bei 20 % Wassergehalt bleiben rund 3,98 kWh/kg, bei 50 % nur noch etwa 2,23 kWh/kg – fast eine Halbierung.
Was ist der Unterschied zwischen Holzfeuchte und Wassergehalt?
Holzfeuchte u bezieht das Wasser auf die Trockenmasse (so messen die meisten Feuchtemessgeräte), Wassergehalt w auf die feuchte Gesamtmasse. 25 % Holzfeuchte entsprechen rund 20 % Wassergehalt. Diese Formel arbeitet mit dem Wassergehalt w.
Wie viel Heizwert verliert frisches Holz?
Frisch geschlagenes Holz hat oft 50 % Wassergehalt oder mehr. Gegenüber lufttrockenem Holz (rund 20 % Wassergehalt) gehen dann ungefähr 40 % des nutzbaren Heizwerts verloren – ein starkes Argument fürs richtige Trocknen.
Woher kommt die Formel?
Sie folgt aus dem Heizwert von wasserfreiem Holz (18,5 MJ/kg) abzüglich der Energie zum Verdampfen des enthaltenen Wassers (2,443 MJ/kg je Kilogramm Wasseranteil). Geteilt durch 3,6 ergibt sich der Wert in Kilowattstunden je Kilogramm.
Ist mehr Wassergehalt nicht einfach mehr Gewicht?
Mehr Wasser bedeutet zwar mehr Gewicht, aber weniger nutzbare Energie je Kilogramm: Du heizt buchstäblich Wasser. Deshalb sollte Brennholz vor dem Verbrennen gut abgetrocknet sein – das Gewicht je Holzart und Feuchte berechnet der Rechner „Gewicht frisch/trocken“.

Quelle: Formel Hu(w) nach Biobrennstoff-Literatur (unterer Heizwert, Wassergehaltsbezug). · Alle Quellen