Holzfeuchte ↔ Wassergehalt umrechnen

Holzfeuchte u und Wassergehalt w meinen dasselbe Wasser, aber unterschiedliche Bezugsmassen: u bezieht es auf die trockene Holzmasse, w auf die feuchte Gesamtmasse. Es gilt u = w/(1−w) und w = u/(1+u). Die häufig genannte Schwelle von 25 % Holzfeuchte u (1. BImSchV) entspricht 20 % Wassergehalt w.

Rechner

Holzfeuchte u25,0 %
Wassergehalt w20,0 %

Formel

Holzfeuchte u bezieht das Wasser auf die Trockenmasse (Darrmasse), Wassergehalt w auf die feuchte Gesamtmasse. Umrechnung: u = w / (1 − w) und w = u / (1 + u), die Werte als Anteil (im Rechner in Prozent). Die Schwelle der 1. BImSchV von ≤ 25 % Holzfeuchte u entspricht damit ≤ 20 % Wassergehalt w.

Beispiel

25 % Holzfeuchte u: w = 0,25 / (1 + 0,25) = 0,20 = 20 % Wassergehalt. Umgekehrt entspricht 20 % Wassergehalt w einer Holzfeuchte von u = 0,20 / (1 − 0,20) = 0,25 = 25 %. Frisch geschlagenes Holz mit u = 100 % – das Wasser wiegt so viel wie die Darrmasse – hat einen Wassergehalt von w = 1,0 / 2,0 = 50 %.

Hintergrund: Ergebnis richtig einordnen

Zwei Zahlen für dasselbe Wasser

Die Verwirrung um Holzfeuchte und Wassergehalt entsteht, weil beide Begriffe im Alltag synonym benutzt werden, obwohl sie verschiedene Bezugsgrößen haben. Die Holzfeuchte u stammt aus der Holztechnik und bezieht das Wasser auf die ofentrockene Holzmasse. Sie kann über 100 % liegen, wenn ein Stamm mehr Wasser als Holzsubstanz enthält, was bei frisch gefällter Pappel oder Fichte vorkommt. Der Wassergehalt w stammt aus der Brennstofftechnik und bezieht das Wasser auf das Gesamtgewicht; er liegt immer unter 100 %. Für Heizwertrechnungen ist w die passende Größe, für Messgeräte u.

Welche Zahl nennt die Vorschrift?

Die 1. BImSchV fordert für Scheitholz einen Feuchtegehalt von weniger als 25 %, bezogen auf das Trockengewicht, also die Holzfeuchte u. Das entspricht einem Wassergehalt von 20 %. Wer den Wert eines Feuchtemessgeräts direkt mit „20 % Wassergehalt" vergleicht, verlangt von seinem Holz mehr Trockenheit als nötig: 20 % u sind nämlich nur 16,7 % w.

Wie Messgeräte arbeiten

Günstige Einstechgeräte messen den elektrischen Widerstand zwischen zwei Spitzen, der mit der Feuchte sinkt. Sie sind auf eine Holzart und etwa 20 °C kalibriert, zeigen bei kaltem Holz zu niedrig und bei Nadelholz oft etwas anders an als bei Buche. Zwei Grundregeln machen die Messung brauchbar: an einer frischen Spaltfläche in Faserrichtung messen, nicht an der Rinde, und mehrere Scheite aus dem Inneren des Stapels prüfen. Über 30 % Holzfeuchte werden Widerstandsmessgeräte ungenau; dann ist das Holz ohnehin noch nicht brennfertig.

Der Rechner übersetzt in beide Richtungen. Wie sich der Wassergehalt auf den Heizwert auswirkt, zeigt anschließend der Restfeuchte-Rechner; die vollständige Zuordnung mit Zustandsbewertung steht in der Tabelle Holzfeuchte und Wassergehalt, die Erklärung im Ratgeber Holzfeuchte vs. Wassergehalt.

Referenztabelle: Holzfeuchte (u) und Wassergehalt (w)

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Holzfeuchte und Wassergehalt?
Beide Größen beschreiben dasselbe Wasser im Holz, beziehen es aber auf unterschiedliche Massen. Die Holzfeuchte u setzt die Wassermasse ins Verhältnis zur trockenen Holzmasse (Darrmasse) und kann deshalb über 100 % liegen – bei frischem Holz wiegt das Wasser oft mehr als die Holzsubstanz. Der Wassergehalt w bezieht dieselbe Wassermasse auf die feuchte Gesamtmasse und bleibt deshalb immer unter 100 %. Handelsübliche Feuchtemessgeräte zeigen in der Regel die Holzfeuchte u an, Heizwert-Tabellen rechnen dagegen oft mit dem Wassergehalt w. Wer beide Werte verwechselt, schätzt die Restenergie des Holzes falsch ein.
Wie viel Restfeuchte darf Brennholz haben?
Nach der 1. BImSchV darf Brennholz mit höchstens 25 % Holzfeuchte u verfeuert werden; das entspricht 20 % Wassergehalt w. In der Praxis ist trockeneres Holz besser: Bei rund 15–20 % Holzfeuchte verbrennt es sauber, mit hohem Heizwert und wenig Rauch. Zu feuchtes Holz dagegen verschwendet Energie für das Verdampfen des Wassers, rußt, versottet den Schornstein und belastet die Luft stärker. Miss vor dem Verfeuern an einer frisch gespaltenen Fläche im Inneren des Scheits – die Oberfläche trocknet schneller und täuscht zu niedrige Werte vor.
Warum kann die Holzfeuchte über 100 % liegen?
Weil sie sich auf die Trockenmasse bezieht. Enthält ein Scheit gleich viel Wasser wie trockene Holzsubstanz, beträgt die Holzfeuchte u genau 100 %. Frisch geschlagenes Laubholz erreicht u-Werte von 70–100 %, frisches Nadelholz teils noch mehr. Der Wassergehalt w desselben Holzes bleibt dabei rechnerisch immer kleiner als 100 %, weil er das Wasser auf die schwerere Gesamtmasse bezieht. Genau diese unterschiedliche Bezugsmasse ist der Grund, warum die beiden Prozentangaben nicht gleichgesetzt werden dürfen.
Welchen Wert zeigt mein Feuchtemessgerät an?
Die allermeisten Holzfeuchte-Messgeräte für den Hausgebrauch geben die Holzfeuchte u (bezogen auf die Trockenmasse) aus – das ist der Wert, der mit der 25-%-Schwelle der 1. BImSchV verglichen wird. Falls dein Gerät oder eine Tabelle den Wassergehalt w angibt, rechne ihn mit diesem Tool um, bevor du Werte vergleichst. Für aussagekräftige Messungen spalte das Scheit und miss quer zur Faser im Kern; mehrere Messungen an verschiedenen Scheiten ergeben ein verlässlicheres Bild als ein einzelner Wert.

Quelle: Definition: u = w/(1−w), w = u/(1+u); Schwelle ≤ 25 % Holzfeuchte (1. BImSchV §3) · Alle Quellen