Holzfeuchte (u) und Wassergehalt (w)

Umrechnung zwischen Holzfeuchte u (auf Trockenmasse, Messgerät) und Wassergehalt w (auf Feuchtmasse). Mit Brenn-Schwelle ≤ 25 % Holzfeuchte (1. BImSchV).

Holzfeuchte uWassergehalt wZustand
15 %13,0 %lufttrocken (brennfertig)
18 %15,3 %lufttrocken (brennfertig)
20 %16,7 %lufttrocken (brennfertig)
25 %20,0 %Grenzwert 1. BImSchV
30 %23,1 %zu feucht
50 %33,3 %zu feucht
75 %42,9 %zu feucht
100 %50,0 %zu feucht

Quellen: TFZ Straubing, FNR, C.A.R.M.E.N. e.V., LWF Bayern, KWF · Alle Quellen

Zwei Bezugsgrößen für dasselbe Wasser

Die Tabelle übersetzt zwischen zwei Angaben, die im Alltag ständig verwechselt werden. Die Holzfeuchte u bezieht die Wassermasse auf die darrtrockene Holzmasse. Das ist die Größe der Holztechnik und die, die Einstech-Messgeräte anzeigen. Sie kann über 100 % liegen, wenn ein Stamm mehr Wasser als Holz enthält. Der Wassergehalt w bezieht das Wasser auf das feuchte Gesamtgewicht, bleibt deshalb immer unter 100 % und ist die Größe der Brennstofftechnik und aller Heizwertrechnungen. Die Umrechnung ist reine Definition: w = u ÷ (1 + u) und u = w ÷ (1 − w).

Die Spalte „Zustand" richtig deuten

Die Einstufung orientiert sich an der 1. BImSchV, die für Scheitholz einen Feuchtegehalt unter 25 % bezogen auf das Trockengewicht verlangt, also eine Holzfeuchte u unter 25 % oder einen Wassergehalt w unter 20 %. Werte bis 20 % Holzfeuchte sind der Bereich, den Holz nach ein bis drei Jahren Lagerung im Freien erreicht und in dem es sauber verbrennt. Die Zeile mit 25 % markiert die Grenze. Alles darüber ist zu feucht: Es heizt schlecht, verrußt Scheibe und Schornstein und darf nicht verfeuert werden.

Warum frisches Holz bei 100 % Holzfeuchte liegt

Ein frisch gefällter Buchenstamm enthält im Splintholz ungefähr so viel Wasser wie Holzsubstanz, also u ≈ 100 % und w ≈ 50 %. Bei Pappel oder Fichte kann der Wasseranteil noch höher liegen, bei Eiche im Kernholz niedriger. Die unteren Zeilen der Tabelle sind also keine theoretischen Werte, sondern der Zustand, in dem Selbstwerber ihr Holz aus dem Wald holen. Wie viel Gewicht das ausmacht, zeigt der Gewichts-Rechner.

Messpraxis

  • An einer frischen Spaltfläche in Faserrichtung messen; außen ist Holz immer trockener als im Kern.
  • Mehrere Scheite aus dem Inneren des Stapels prüfen, nicht die obersten.
  • Günstige Widerstandsgeräte sind auf etwa 20 °C kalibriert und werden über 30 % Holzfeuchte ungenau; dann ist das Holz ohnehin nicht brennfertig.

Zwischenwerte berechnet der Holzfeuchte-Rechner; was die Feuchte für den Heizwert bedeutet, steht in der Tabelle Restfeuchte und Heizwert und im Ratgeber Holzfeuchte vs. Wassergehalt.

Häufige Fragen

Mein Messgerät zeigt 22 %. Ist das Holz brennfertig?
Ja, wenn das Gerät wie üblich die Holzfeuchte u anzeigt: 22 % u entsprechen rund 18 % Wassergehalt und liegen unter der Grenze von 25 % u. Miss aber an einer frischen Spaltfläche und an mehreren Scheiten, denn die Außenseite ist stets trockener als der Kern.
Warum nennen manche Quellen 20 % und andere 25 % als Grenze?
Beide meinen dasselbe Holz. 25 % ist die Grenze als Holzfeuchte u (Trockenmassebezug, so in der 1. BImSchV formuliert), 20 % dieselbe Grenze als Wassergehalt w (Gesamtmassebezug). Entscheidend ist, welche Größe dein Messgerät anzeigt; in der Regel ist es u.
Kann Holz an der Luft unter 15 % Holzfeuchte trocknen?
Im Freien kaum. Holz stellt sich auf die Luftfeuchte seiner Umgebung ein und erreicht in Mitteleuropa unter Dach etwa 15 bis 20 % Holzfeuchte. Niedrigere Werte gibt es nur in beheizten Räumen oder bei technischer Trocknung, etwa bei Briketts und Pellets.